Dienstag, 30. Juni 2015

Facts & Figures


18% der Bernerinnen und Berner fahren täglich Velo.

In den Sommermonaten sind es sogar 28%.

Und ganze 50% benutzen das Velo in den Sommermonaten mehr als einmal pro Woche.

Über 100`000 Velos gibt es in Bern. Dies ist dreimal mehr als in den 1970er-Jahren.

Grob geschätzt pedalen die Bernerinnen und Berner damit pro Tag 150`000km.



(Verkehrsbericht Stadt Bern 2012 / BFS Mikrozensus 2010)   

I cycle BRN


"I cycle CPH" hat mitgeholfen, den Ruf der Velostadt Kopenhagen in die Welt hinaus zu tragen. Wir haben das Logo kurzerhand für Bern adaptiert. Und dabei dem Velo zu etwas mehr Style verholfen. Manche sagen zudem, man könne im geschwungenen N die Aareschlaufe erkennen. :-)

Weitere Ideen für ein gutes Velo-Logo? Der Wettbewerb ist eröffnet!

Und die Referenz auf das Original darf natürlich auch nicht fehlen:


Sonntag, 21. Juni 2015

Cycling, Future Maker!

Anfang Juni waren wir an der Velo-City-Konferenz 2015 in Nantes. Unter dem Titel „Cycling, Future Maker“ traf sich die globale Veloszene, um Visionen, Trends und Expertenwissen auszutauschen. Zeit also, KollegInnen zu treffen und über altbekannte Konzepte sowie neue Inputs für den Veloverkehr zu sinnieren. Nachfolgend ein paar Ideen, die uns zur Zeit besonders gut gefallen.

It`s all about the city we want to live in



Der dänische Stadtplaner und Architekt Jan Gehl propagiert ihn seit Jahren: den menschlichen Massstab in der Stadt- und Verkehrsplanung. Rund um den Globus arbeiten Städte an dieser umfassenden Vision einer lebenswerten Stadt, in der die Qualität für Fussgänger und fürs Velo ein zentrales Merkmal ist. Die Förderung des Veloverkehrs entspringt also nicht einem Spartendenken (oder gar einer verbissenen Subkultur), sondern ist ein integraler Bestandteil zur Erhöhung der Lebensqualität. Jan Gehl hat diese Zusammenhänge wunderbar beschrieben:

Die Lebensqualität einer Stadt ist hoch, wenn wir uns gerne in ihr aufhalten. Wenn ihre Strassen und Plätze die Einladung aussprechen, uns durch die Stadt zu bewegen, zu verweilen und mit anderen Menschen zu interagieren. Soziale Interaktion ist aber erst dann möglich, wenn sich Menschen auf Augenhöhe begegnen, wenn Worte vernommen werden können und Gesichter erkennbar sind. Und ein belebter Stadtraum entsteht erst dann, wenn die Menschen nicht in geschlossenen Kapseln mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind. Zwei Verkehrsträger sind in besonderem Masse geeignet, soziale Interaktionen und belebte Stadträume zu ermöglichen: Der Fussverkehr und das Velo. Beide Verkehrsträger entfalten zugleich kaum negative Auswirkungen auf ihr Umfeld. Lärm, Luftverschmutzung, die Gefährdung Dritter oder der Platzverbrauch: beim Fuss- und Veloverkehr alles kein Thema. Entsprechend ist die Velofreundlichkeit einer Stadt ein ausgezeichneter Indikator ihrer Lebensqualität. Und der Weg zur Velostadt führt demnach auch über die Fussgängerfreundlichkeit. Ganz einfach, weil Velofahrende (auch) Fussgänger sind, die sich schneller fortbewegen wollen!


From super fast to super easy!


Dass man in der Stadt mit dem Velo am schnellsten vorankommt, ist schon lange bekannt. Auch velofreundliche Lichtsignalsteuerungen, die ein effizientes Vorankommen ermöglichen, gehören zum State of the Art einer Velostadt im Jahr 2015. Noch mehr betont werden sollten aber die sozialen Aspekte und der Erlebniswert des Velofahrens. Auf dem Velo erlebt man die Stadt von nahem, und trägt selbst zur Belebung des öffentlichen Raumes bei. Velorouten mit hohem Standard ermöglichen das Nebeneinanderfahren und eine Unterhaltung auf dem Velo. Kopenhagen kennt darum die „Conversation Lanes“, in den Niederlanden und anderswo gibt es die verkehrsberuhigten „Fietsstraats“ oder „Fahrradstrassen“. Nicht die Spitzengeschwindigkeit zählt also, sondern das angenehme und gleichmässige Vorankommen. 


Keep it simple! 



Eine der grössten Stärken des Veloverkehrs ist die einfache Zugänglichkeit und Benutzung im Alltag. Ein Velo ist in der Anschaffung günstig, in der Handhabung einfach, und in der Flexibilität als urbanes Verkehrsmittel unschlagbar. Eine der grössten Gefahren ist demnach, durch Überregulierung oder überkomplizierte Infrastrukturlösungen die Einfachheit des Velofahrens zu untergraben. Also: Einfache, intuitiv verständliche Lösungen planen! Sei es bei der Infrastruktur, sei es bezüglich Vorschriften.


Mein Haus, mein Boot, mein Rad


Nebst dem easy way of life, der Coolness des Cycle Chic und weit weg von Umweltschutz, oder Nachhaltigkeit, gibt es ein unschlagbares Argument, wieso das Velo in unserer hedonistischen Gesellschaft (fast) immer das beste Verkehrsmittel ist: es ist Individualverkehr! 

Was die Autoindustrie schon längst verstanden hat, muss nun endlich Eingang in die Werbung fürs Velo finden! Mein Velo ist einzigartig – oder kann es mit ein paar künstlerischen oder einfallreichen Eingriffen noch werden; ich kann meinen Weg gehen, ohne dazu gezwungen zu werden oder mein Fahrzeug mit anderen teilen zu müssen; ich kann unterschiedliche Wege nach Lust, Laune und Fitnesszustand wählen. Mit meinem Velo bin ich – frei. 

(Bild und Überschrift: www.pro-fahrrad.de)


Zu guter Letzt: Der Bike-Hangar


Was tun, wenn der Hauseingang zu eng und die Treppe in den Keller zu steil ist? In London wird das Problem mit dem Bike Hangar gelöst. Die öffentliche Hand stellt einen Stellplatz zur Verfügung, eine nutzerbasierte App bringt die interessierten Nachbarn zusammen und cyclehoop © ist das Unternehmen, welches den Bike Hangar vors Haus bringt. 

(Bild: www.cyclehoop.com)

Dienstag, 26. Mai 2015

World-Class Cycling

The dutch and the danish cities may have the best cycling infrastructure in the world. But hey, Berne has some world-class cycling routes as well. A sunny morning on the Kornhausbrücke. The old town in front, a swiss postcard-panorama on the left, a pleasant breeze around your face. Rows of cyclist ahead and behind. Can you imagine a better start in the day?

Officially lettered in dutch since the UEFA Euro 2008 - a good omen for cycling? 


Conclusion: 

A giant leap has still to be taken for a better cycling infrastructure in Berne. But there are already some qualities as well! And that should be one of the key messages for promoting bicycle traffic.

Montag, 25. Mai 2015

Der Berner Velokreisel

Ist es in den Niederlanden?
Ist es in Kopenhagen?
Ist es in einer Velostadt?




Nun, es ist der Bühlplatz in der Länggasse. Zur "Uni-Spitzenstunde" um 10:00 und zur Abendspitzenstunde um 17:30.

Eine Erhebung im April 2015 ergab genau 2`025 Velofahrende während dreier Stunden. Der motorisierte Verkehr wird damit übrigens deutlich übertroffen. Ein Spitzenplatz im Ranking von Velokreiseln oder -kreuzungen in Bern dürfte dem Bühlplatz auf sicher sein. Und die Diskussion, ob Bern eine Velostadt ist, darf damit gerne angereichert werden.

(Videos und Zahlen: Metron Bern AG)

Dienstag, 28. April 2015

"Bern ist noch lange keine Velostadt"...

…schreibt "Der Bund".

Tatsächlich, Bern ist nicht Kopenhagen. Und wer einmal in einer niederländischen Stadt Velo gefahren ist, kennt den Unterschied zwischen lekker fietsen und einer Fahrt quer über den Berner Bahnhofsplatz. Dem globalen Trend zu lebenswerten Städten mit menschlichem Massstab folgend, will Bern nun also auch zu den Besten aufschliessen und selbst eine Velostadt werden. Es wird dabei stark um den dringend notwendigen Ausbau der Infrastruktur gehen. Um mehr und durchgehende Radstreifen und neue Radwege. Um neue Velobrücken und neue Unterführungen. Um Grüne Wellen bei den Lichtsignalanlagen. Um das Schliessen von Netzlücken und um einen hohen Sicherheitsstandard. Um mehr Abstellanlagen beim Bahnhof. Um neuartige Fahrradstrassen. Und um vieles mehr.

Eine wichtige Lektion der Verkehrsgeschichte darf dabei aber nicht vergessen gehen: weder die Diskussion um Sicherheitsdefizite und Netzlücken, noch das Bemitleiden von Velofahrerinnen als schwache und langsame Verkehrsteilnehmende, die um jeden Preis vor dem Autoverkehr zu schützen sind, stellen ein tragfähiges Fundament für den gewünschten Quantensprung dar. Worauf eine erfolgreiche Aufbaustrategie zu aller erst abstützen sollte, ist die Vermittlung eines Lebensgefühls, das auf der Höhe seiner Zeit ist. Dem die Zukunft gehört, und dem dafür der gebührende Platz in der Mitte der Gesellschaft (und in der Mitte der Städte!) zu schaffen ist. Man darf, man sollte das ruhig bei jenem Verkehrsmittel abgucken, welches das 20. Jahrhundert geprägt hat wie kein Anderes: beim Autoverkehr. Ein Blick auf eine beliebige Autowerbung verrät, wie es geht. Und ein Blick zurück zeigt, mit welcher Selbstverständlichkeit die autogerechte Stadt gefordert und umgesetzt wurde.

Das angebrochene 21. Jahrhundert wird geprägt von einer weltweiten Renaissance der Städte, und damit verbunden, mit der Rückkehr der urbanen Verkehrsmittel. Dem Velo kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, denn wie das Auto kombiniert es Flexibilität und Schnelligkeit mit individueller Ausdrucksmöglichkeit. Das muss nicht jedermanns Sache sein. Aber es ist die Sache von erstaunlich vielen Menschen, auch in Bern. Diese Stadt, mit ihren offiziellen 11 % Veloverkehr (wer weiss schon, wie das gemessen wird), und ihrem mittelmässigen Selbstvertrauen in die eigenen Veloqualitäten, produziert an diesen schönen Frühlingstagen im 2015 jedenfalls eine eindrückliche Zahl von Velofahrerinnen. Wer an der Nachfrage (und am Potenzial!) des Veloverkehrs in Bern zweifelt, ist eingeladen, sich am Morgen oder Abend am Casinoplatz, Bollwerk oder Bubenbergplatz selbst davon zu überzeugen.

Also. Bern kann besser werden, MUSS besser werden.

Vor allem aber: Bern IST eine Velostadt. Eine bereits recht gute Velostadt, die alle Voraussetzungen aufweist, eine hervorragende Velostadt zu werden. Eine Stadt mit quirligem Veloverkehr und stylishen Velofahrerinnen. Mit Velo-Kolonnen, die sich morgens in die Stadt ergiessen und abends wieder hinaus. Mit Velokulissen der Weltklasse, zum Beispiel bei Sonnenaufgang über die Kornhausbrücke, die Kirchenfeldbrücke oder über den Bundesplatz. Mit all den Zutaten, welche das Velo als urbanes Verkehrsmittel par excellence auszeichnen, und auf die nur aufgebaut werden muss!

Frühling 2015 in Bern.

Hier ist der Beweis.