Dienstag, 24. Mai 2016

Highlights

Etwas mehr als ein Jahr ist nun velostadtbern.ch online. Ein Jahr, in dem wir uns in verschiedener Hinsicht intensiv mit dem Velo beschäftigt haben. Und in den Strassen von Bern unzählige Fotos knippsten. Als Rückblick und zum Stand der Dinge zu Beginn des Velosommers 2016 gibt`s nachfolgend ein paar Highlights aus der Sammlung. Und damit es nicht nur eine Bilderschau ist, gibt`s auch gleich ein paar Empfehlungen zum Thema mit dazu...

Inklusion




Im Copenhagenize-Index wird der Gender-Split unter den Velofahrenden zur Qualitätsbeurteilung von Velostädten herbeigezogen, das obige Bild aus dem Sommer 2015 macht daher besonders Spass. Obwohl es für eine bessere Veloinfrastruktur noch viel zu tun gibt, getrauen sich in Bern nicht nur verbissene männliche Sportler auf die Strassen, sondern breite Bevölkerungskreise.

Herausforderungen: Für die Inklusion weiterer Bevölkerungskreise, welche sich heute noch nicht sicher genug fühlen, und insbesondere von Kindern und von Senioren muss die Infrastruktur deutlich besser ausgebaut werden. Das heisst: mehr eigene Velospuren, eine bessere und wo nötig auch bauliche Separation vom schnellen motorisierten Verkehr, unterbruchsfreie Führung auch bei Kreuzungen, mehr Tempo-30-Zonen (und vieles mehr). Oder in anderen Worten: mehr Dänemark, mehr Holland!

Coolness




Ja, so sieht urbane Coolness im 2016 aus... und ja, etwas Verwegenheit gehört dazu; ohne sie wäre Werbung langweilig ;-).

Prognose: Das kommt gut, der Zeitgeist fährt Velo....

Cargobikes


Im 2016 sind die Cargobikes definitiv im Stadtbild von Bern angekommen, zu einem grossen Teil ist dies der Initiative von Carvelo zu verdanken. Seit Herbst 2015 gibt es in Bern das weltweite erste Cargobike-Sharing. An derzeit 21 Standorten können Cargobikes zu günstigen Tarifen ausgeliehen werden.

Herausforderungen: Auch für die Cargobikes muss die Infrastruktur fit gemacht werden. Im Wesentlichen geht es dabei um dieselben Sachen wie für die normalen Velos. Eine gut ausgebaute Veloinfrastruktur fördert auch die Nutzung der Cargobikes. 

E-Bikes


Die E-Bikes gehören bereits seit vielen Jahren zum Velo-Alltag in Bern. Doch die Entwicklung immer neuer, hybrider Formen geht rasant voran. Die Grenzen zwischen E-Bikes und E-Motorrädern werden sich in Zukunft wohl noch stärker verwischen.

Fallstricke: Die steigende Anzahl schneller E-Bikes (mit mehrheitlich geübten, sicheren Nutzenden), darf nicht dazu führen, die Veloinfrastruktur für die "langsameren" und unsicheren Nutzenden zu vernachlässigen. Oder die falschen Schlüsse zu ziehen; nämlich dass die Velos zukünftig mit dem MIV zusammen auf der Fahrbahn geführt werden können...

Velokultur


Welche Bedeutung das Velo im Alltag der BernerInnen einnimmt, lässt sich immer wieder wunderbar beim Marzili beobachten. Aber auch an Quartier- und Stadtfesten wie zum Beispiel am Buskers, am Lorrainefest oder an Spielen von YB oder vom FC Breitenrain gab es eindrückliche Ansammlungen von Velos.

Daraus lernen: Es gibt bereits eine starke Velokultur in Bern. Darauf lässt sich aufbauen. Keine Opferrolle einnehmen, sondern auf die starke Nachfrage und den dringend notwendigen weiteren Ausbau verweisen. Und natürlich: Velofahren und geniessen! ;-)

Dienstag, 8. März 2016

verleiht Flügel...






(Grafik: Elmar Brülhart / Metron)

Die Schnelligkeit des Velos im städtischen Verkehr ist unbestritten. Die gesundheitsfördernde Wirkung von regelmässigen Velofahrten auch. Und die Velo-Offensive soll dem Velo ja ganz generell Flügel verleihen... Fehlt nur noch ein passendes Logo (wann kommt das Offizielle?). Hier unser zweiter Beitrag.


Freitag, 12. Februar 2016

Auf dem gelben Teppich zur Velostation...

Seit wenigen Wochen lädt eine neue breite und eindeutige Markierung zur Velostation Milchgässli ein. Ab dem Bahnhofplatz ist nun die Veloführung für alle sichtbar - Fussgänger, Lieferwagen und sonstige K&R-Lustige, die die Bahnhofplattform nicht gefunden haben. Somit wäre eine wichtige Voraussetzung erfüllt, dass die Durchfahrt für die auf-den-Zug-eilenden Velofahrenden immer frei bleibt. Wie gross die Wirkung tatsächlich ist, wird sich noch zeigen.

Und was meinen die Hauptbetroffenen? Ich persönlich finde es toll und fahre schön zwischen den Linien... für andere scheint die Wunschlinie anders zu verlaufen...

Ein Teil der neuen Markierung

Eleganter Beinschwung, aber nicht auf der Markierung unterwegs - fühlt er sich als Lieferwagen wohler?

Sonntag, 7. Februar 2016

Winter Cycling



Ursprünglich hatte ich mir vorgenommen, an dieser Stelle etwas übers Velofahren im Winter zu schreiben. Über die Verhältnisse in Bern, und die prioritäre Schneeräumung der Velorouten in Kopenhagen. Doch statt im Schnee zu radeln, sitzen die BernerInnen Anfang Februar mittags zum Espresso draussen an der Sonne. 

Dass die schneearmen, teils fast schon mediterran anmutenden Winter immer mehr zum Normalfall werden, ist eigentlich eine schlechte Nachricht. Dass Velofahren dadurch angenehmer wird, hingegen eine Gute.

Impressionen vom "Winter" 2015/2016:


Montag, 14. Dezember 2015

Mittwoch, 18. November 2015

Velostadt Bern



Bern ist zu hügelig für Veloverkehr? Bern hat keine Velokultur wie die Niederländer? Bern kann keine Velostadt werden?

Nun, ein Blick zurück zeigt, dass Bern (wie fast alle europäischen Städte) bereits einmal eine Velostadt war. Der Blick zurück zeigt auch, dass in Bern (wie in fast allen europäischen Städten) eine lange Phase der autogerechten Stadt- und Verkehrsplanung dem Velo den Garaus gemacht hat. Dass an den öffentlichen Verkehr und an die Strasse hohe Subventionen ausbezahlt werden, kam und kommt erschwerend hinzu.

Somit ist klar: es liegt primär an veränderbaren Rahmenbedingungen, ob eine Stadt einen hohen Veloanteil hat. Eine adäquate Infrastruktur dürfte der wichtigste Aspekt sein. Die Niederländer und die Kopenhagener haben es vorgemacht. Und jeder Schritt in Richtung einer transparenten und verursachergerechten Verkehrsfinanzierung würde den Velo- und Fussverkehr stärken und die Kassen der öffentlichen Hand entlasten.

Auch die naturräumlichen Voraussetzungen haben einen Einfluss auf die Velonutzung. Bilder wie das obige beweisen aber, dass leichte Steigungen wie die der Kornhausbrücke keine allzu grosse Limitierung darstellen dürften.

(Bild: Kornhausbrücke 1946. Aus: Bern - die Geschichte der Stadt im 19. und 20. Jahrhundert).

Dienstag, 27. Oktober 2015

Neue Velostreifen - Kernfahrbahn Könizstrasse


Vor ein paar Tagen wurden auf der Könizstrasse zwischen Loryplatz und Weissensteinstrasse durchgehende Velostreifen markiert. Die Parkplätze, welche die Strasse einengten und immer wieder durch öffnende Türen ein Gefahr darstellten, wurden demarkiert, die Parkkartenzone der Anwohner dafür ausgeweitet. Aufgrund der Strassenbreite von 8.00m wurde eine sogenannte Kernfahrbahn markiert, d.h. es gibt keine Mittelleitlinie und grössere Fahrzeuge können im Kreuzungsfall den Velostreifen mitbenutzen. Eine recht einfache Lösung, die mit wenig Aufwand an anderen Orten auch erstellt werden kann.

Massnahmen dieser Art, d.h. mit einer velofreundlicheren (und stadtverträglicheren) Umverteilung des öffentlichen Raumes mehr und breitere Velostreifen zu erstellen, dürften auch in Zukunft einen grossen Teil des Berner Velonetzes ausmachen. An ausgewählten Orten mit hoher Velo-Nachfrage und viel motorisiertem Verkehr werden zusätzlich auch grössere Massnahmen nötig sein (Ideen liefern die Velo-Vorbilder Niederlande und Dänemark).

Ein erster Augenschein vor Ort zeigt, wie hoch die Nachfrage nach einer guten Veloroute auf der Könizstrasse ist. Zwar ist Ende Oktober alles andere als Velo-Hochsaison, eine kurze Zählung ergab aber dennoch eine beeindruckende Zahl an Velofahrenden. Im Querschnitt, also in beide Richtungen, fuhren am 26. Oktober 2015 zur Abendspitzenstunde rund 300 Velos auf den neuen Streifen (180 stadtauswärts, 130 stadteinwärts). Unter der allgemeinen Annahme, dass die Abendspitzenstunde rund 10% des Tagesverkehrs ausmacht, würde für diesen Tag ein Gesamtzahl von 3`000 Velos resultieren. Nächsten Frühling kann detaillierter nachgezählt werden. Gelohnt hat sich die Massnahme allemal.



(Abendverkehr auf der Könizstrasse, 26.10.2015)